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Geschichte der Theater-AG

Seit 1979 existiert am Gymnasium Kronwerk die Theater-AG, bis 2015 unter der Leitung von Tilmann Ziemke. Über 40 Stücke sind im Laufe der Jahre zusammengekommen mit über 230 Aufführungen zu Hause und zahlreichen Gastspielen auswärts, u.a. in so renommierten Theaterstätten wie dem E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg oder dem Theater am Turm (TAT) in Frankfurt am Main. Weit über 250 Spieler und Spielerinnen haben bei uns auf der Bühne gestanden, drei davon sind Schauspieler geworden, einige in theaternahen Berufen gelandet. Viele der ehemaligen Spieler halten der AG die Treue und reisen von weither an, um die neueste Produktion zu sehen. So hat sich eine Tradition herausgebildet, die die Theater-AG des Gymnasiums Kronwerk weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat.

Etwas ganz Besonderes in dieser Ära der Theater-AG war die Treue von Stephan Lipsius, der als Schüler in den Jahren 1983 bis 1989 die Theater-AG mitprägte und seitdem dabei geblieben ist, immer wieder auch als Spieler, aber vor allem auch als Bühnenbildner, Bühnenbauer und Co-Regisseur.

Die Jahre 1979 – 1990

Die ersten zehn Jahre der Theater-AG sind geprägt von einem starken Pioniergeist aller Beteiligten: der Schüler, des Spielleiters Tilmann Ziemke, des Bühnenbildners Siegfried Baltschun und des guten Geistes unserer Truppe Jutta Roestel. Mit viel Erfindergeist und viel Arbeit wurde die Möglichkeit geschaffen, die Eingangshalle unserer Schule in ein kleines Theater zu verwandeln.

Viele Schüler aus diesen Anfangsjahren sind unvergessen: Marcus Blum (später Burgschauspieler), Eckhard Pabst, Thomas Westphalen, Steffen Schröder, Jan Kehrberg, Jens Matthießen, Anja Gailowitz, Tanja Hannah Schröder (erfolgreiche Schauspielerin), Iris Wedemeyer, Christiane Ahlhelm (erfolgreiche Autorin, Regisseurin und Schauspielerin im Kinder- und Jugendtheater), Arne Schwenk, Jens Neuser, Olaf Winzer, Stephan Lipsius und viele viele mehr.

Höhepunkte in dieser Zeit waren 1983 die Teilnahme an der Landes­schul­theaterwoche in Itzehoe sowie 1984 unsere sechs Aufführungen im Studio des Landestheaters in Rendsburg mit „Blick zurück im Zorn“. Der damalige Schauspieldirektor Hans Häckermann war in diesen Jahren oft Gast unserer Aufführungen in der Schule. 1989 nahmen wir außer an der Landes­schultheaterwoche in Itzehoe zum ersten Mal am bundesweiten Schultheatertreffen „Schultheater der Länder“ in Bamberg teil.

Welche Wirkung auf einzelne unsere Theater-AG damals hatte, zeigt eine Äußerung von Arne Feldhusen, dem Regisseur der Fernsehserie „Stromberg“:

„Es stimmt aber, dass ich meine Leidenschaft für das Theater und auch meinen frühen Berufswunsch, Schauspieler zu werden, der fantastischen Theater-AG meiner ersten Schule verdanke. Für die war Theater wirklich wichtig und nicht nur ein Zeitvertreib. Leider konnte ich da noch nicht mitmachen, denn dafür musste man mindestens im 10. Jahrgang sein. So schaute ich zu und war begeistert.“ (Kieler Nachrichten, 25.2.2012, Journal S. acht)

 

Aufführungen 1980 – 1990

(alle unter der Spielleitung von Tilmann Ziemke)

1 1980 Thornton Wilder: Unsere kleine Stadt 2 Aufführungen
2 1981 Nikolaj Gogol: Die Heirat 3 Aufführungen
3 1982 Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter 4 Aufführungen
4 1983 Siegfried Lenz: Das schönste Fest der Welt 5 Aufführungen + Gastspiel in Itzehoe
5 1984 John Osborne: Blick zurück im Zorn 6 Aufführungen im Landestheater
6 1984 Tankred Dorst: Der Kater oder Wie man das Spiel spielt 6 Aufführungen
7 1985 Heinrich von Kleist: Die Familie Schroffenstein 6 Auffführungen
8 1986 Tilmann Ziemke/Eckhard Pabst: Der Parnass 6 Aufführungen + Gastspiel in Kiel
9 1987 Georg Kaiser: Die Lederköpfe 5 Aufführungen + Gastspiel in Kiel
10 1988 Tilmann Ziemke/Eckhard Pabst: Die Goebels kommen 7 Aufführungen
11 1988 Tankred Dorst: Die große Schmährede an der Stadtmauer 2 Aufführungen
12 1989 Rudolf Herfurtner: Geheime Freunde 9 Aufführungen + Gastspiele in Itzehoe und Bamberg
13 1990 nach J.W. Goethe: Die Launen der Verliebten 8 Aufführungen + Gastspiel in Schleswig

 

Pressestimmen

„Die Mitglieder der Theater-AG Kronwerkgymnasium, auch die unsichtbaren Geister hinter der Bühne, haben sich den lauten Beifall redlich verdient. Mit ihrem Hobby, das ihnen augenscheinlich riesigen Spaß macht, haben sie ohne Zweifel für einen zusätzlichen Farbtupfer im kulturellen Leben Rendsburgs gesorgt.“ (Landeszeitung, 12.1.84, zu den Aufführungen von Blick zurück im Zorn im Studio des Landestheaters)

Geheime Freunde, ebenfalls mit der Problematik ‘Juden in der Nazizeit’ befasst, sah dagegen am Ende ein begeistertes Publikum, stehende Ovationen und Tränen in den Augen der Zuschauer. Wie konnte ein Theaterstück, noch dazu ein Schultheaterstück, diese Betroffenheit hervorrufen? […] In der unerhört präzisen Inszenierung der Gruppe aus Schleswig-Holstein war keine Bewegung zu viel, kein Wort falsch, gab es kein überflüssiges Requisit. Ein Beispiel dafür, was erreichbar ist, wenn eine literarisch unambitionierte, stimmige Vorlage, Spielfähigkeit der Gruppe und Fähigkeiten eines Spielleiters zusammenkommen.“ (Spiel und Theater, Nr. 141, Weinheim 1990; zu der Aufführung auf dem Schultheater der Länder in Bamberg)

Marcus Bluhm und Eckhard Pabst in: “Blick zurück im Zorn”, 1984

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Henning Franzen und Jens Neuser in: “Lederköpfe”, 1987

Hannah Schröder und Stephan Lipsius in “Geheime Freunde”, 1989

 

1990 bis 1996

Die Jahre von 1990 bis 1996 sind geprägt durch weitere große Erfolge und durch die Gründung einer Mittelstufen-AG. Diese neue Gruppe ab Klasse 7, zunächst MINIS genannt, wuchs bis zur Oberstufe hoch und setzte die Erfolge der Anfangsjahre nahtlos fort: Besonders die Teilnahme am Theater der Jugend in Berlin mit der Eigenproduktion “Das verlorene Lächeln” war ein großer Erfolg, denn von 152 Bewerbern durften nur 8 teilnehmen, ausgewählt von einer fachkundigen Jury. In der Urkunde heißt es: “Die Jury des Theatertreffens der Jugend 1991 hat die Aufführung des Gymnasiums Kronwerk als beispielhaft und herausragend bewertet. Die Aufführung wird für das Jugendtheater in der Bundesrepublik Deutschland als eine wichtige Anregung angesehen.” Weitere Höhepunkte waren die Teilnahme am Schultheater der Länder 1994 in Frankfurt am Main mit der Eigenproduktion „Feuer im Bauch“ sowie die Teilnahme an der Landesschultheaterwoche 1995 in Itzehoe mit der „Erfindung der Freiheit“.

Auch aus diesen Jahren bleiben viele Namen unvergessen: Maud Barg, Sebastian von Gehren, Stephan Lipsius, Wiebke Schmidt, Tobias Schwenk, Thore Witthöft sowie Matthias Bandilla, Bente Gebauer, Jörn Gutowski, Katharina Hilpert, Barbara Kummetz, Christian Lehringer, Nils Neigenfind, Ann-Mareike Nielsen, Marc Neumann, Anne Paffenholz (heute Theaterpädagogin am bekannten Berliner Kinder- und Jugendtheater  „Theater an der Parkaue“), Susanne Uehr, Kirsten Uehr.

Aufführungen 1990/91 – 1996

(alle unter der Spielleitung von Tilmann Ziemke)

14 1990 / 1991 Eigenproduktion: Das verlorene Lächeln (Minis) 8 Aufführungen +  Gastspiel in Berlin
15 1991 Eigenproduktion: Hochgefühl – Festaufführung zur Einweihung der neuen Bühne 1 Aufführung
16 1992 Jurij Stschekotschichin: Jeans 8 Aufführungen +  Gastspiel in Lübeck
17 1993 Bertolt Brecht: Die Kleinbürgerhochzeit 5 Aufführungen
18 1993 / 1994 Eigenproduktion: Feuer im Bauch (Mittelstufen-AG) 7 Aufführungen +  Gastspiele in Kiel  und Frankfurt
19 1994 nach Morton Rhue/R. Tritt: Die Welle 7 Aufführungen
20 1995 Pit Holzwarth: Die Erfindung der Freiheit 7 Auffführungen + Gastspiel in Itzehoe
21 1996 Albert Camus: Der Belagerungszustand 7 Aufführungen

 

Pressestimmen

 „Die Minis haben rund um das Thema ‘Wo findet man das Lachen?’ eine Stationen­drama­tur­gie komponiert, die mit effektvoll choreographierten Gruppenszenen und einfachsten bühnentechnischen Mitteln große Wirkung erzielt.“ (Berliner Zeitung, 31.5.91 zum Verloren­en Lächeln beim Theater der Jugend in Berlin)

Jeans sind außerdem aus dem Material, aus dem in Rendsburg allerhöchste Theaterqualität hergestellt wird. Am Donnerstagabend hatte im Gymnasium Kronwerk das Stück Jeans von Jurij Stschekotschichin Premiere, das die Jugendlichen der Theaterarbeitsgemeinschaft unter der bewährten Leitung von Tilmann Ziemke zu einem der derzeit sehenswertesten Beiträge zum Thema ‘Gewalt’ verarbeitet haben. Fesselnd und auf hohem schauspielerischen Niveau entwickelt sich die dramatische Geschichte, die mit einem Mord endet.“ (Landeszeitung, 28.3.92)

„Dann noch ein Ausschnitt aus einem Einakter: ein Junge verrät seine Liebe, weil er nicht mehr an sie glaubt: Danach Dunkel, wieder flammen die Feuerzeuge auf, und die beleuchteten Gesichter erzählen Kafkas Parabel vom Aufbruch. Blackout. Schluss. Begeisterung, Jubel bei den Zuschauern. Woran lag es, dass die Produktion so gut war?“ (Fundus Nr. 4/1994, Frankfurt am Main, zur Aufführung von Feuer im Bauch beim SdL 1994)

­„Mit ihrer guten Ensembleleistung belegte die Truppe einmal mehr, was in der Schultheaterwoche immer wieder zutage trat: dass Schülertheater, ernsthaft betrieben, lebendige Kunst ist – und weit mehr als ein ‘Kinderspiel’. – Kräftiger Beifall und standing ovations dankten der Darbietung.“ (Norddeutsche Rundschau, 20. 5. 1995, zur Erfindung der Freiheit auf der Itzehoer Schultheaterwoche 1995)

 

1996 bis 2001

In den Jahren 1996 bis 2001 sind wir mit 4 Aufführungen ins Licht einer größeren Öffentlichkeit gelangt: Mit den Stücken „Der gute Mensch von Sezuan“, „jetzt erst brecht“ und „Mammon und Fantasie“ haben wir sehr erfolgreich an landesweiten Schultheaterwochen teilgenommen. Über „jetzt erst brecht“ gab es einen Ausschnitt im Schleswig-Holstein-Magazin auf N 3. Unsere Eigenproduktion „Wichtich is au’m Platz“ wurde mit einer Einladung zur EXPO 2000 ausgezeichnet, auf der wir an zwei Tagen jeweils zwei etwa zwanzigminütige Ausschnitte zeigten. Mit diesem Stück gewannen wir auch einen Stückewettbewerb, der mit einer Veröffentlichung des Stückes im Deutschen TheaterVerlag prämiert war. Seitdem spielen immer wieder Gruppen aus dem Schultheater- oder Amateurtheaterbereich unser Stück nach.

Ein besonderes Erlebnis war unsere Aufführung des „Guten Menschen von Sezuan“ in der ehemaligen Gießerei Carlshütte vor dem großen Kupolofen. Wir passten die Inszenierung der außergewöhnlichen Fabrikhallenumgebung an, der Höhepunkt dessen war, dass wir am Ende des Stückes die Götter mit Hilfe eines Krans in  die unendlichen Weiten der Stahl­kon­struk­tio­nen davonfliegen ließen.

Etwas Besonderes war auch unsere Aufführung „Mr. Pilks Irrenhaus“ im Zirkuszelt zum 25jährigen Jubiläum unserer Schule mit den neuen Minis, aktuellen Spielern und vielen Ehemaligen aus allen Jahrgängen, die auch eine weite Anreise z.B. aus München oder Münster nicht scheuten.

Auch aus diesen Jahren bleiben viele Namen unvergessen: Steffen Elbing, Kristina Fehrmann, Bent Gebert, Felix von Gehren, Ole Hansen, Katrin Lindau, Björn Mohrfeld, Lone Oelerich, Jana Schröder, Martin Schünemann, Wolf Schünemann,  Andreas von Weber.

 

Aufführungen 1996/97 –  2001

(alle unter der Spielleitung von Tilmann Ziemke)

22 1996 / 1997 Eigenproduktion: Seitensprünge (Mittelstufen-AG) 5 Aufführungen + Gastspiel in Kiel
23 1997 Ad de Bont: Das besondere Leben der Hilletje Jans 7 Aufführungen + Gastspiel in Büdelsdorf
24 1998 Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan 7 Aufführungen + Gastspiele in Itze­hoe und Büdelsdorf
25 1998 Eigenproduktion: jetzt erst brecht – Ein Brecht-Abend 2 Aufführungen + Gastspiel in Bad Oldesloe
26 1998 Werkstatt-Show (Minis) 1 Aufführung
27 1999 Eigenproduktion: Wichtich is’ au’m Platz – Eine Fußballrevue 7 Aufführungen + Gastspiel auf der EXPO in Hannover
28 1999 Ken Campbell: Mr. Pilks Irrenhaus – Aufführung mit aktuellen und ehemaligen Spielern zum 25jährigen Jubiläum der Schule 2 Aufführungen
29 2000 Jörg Ehni /Uli Führe: Mammon und Fantasie (Minis) 4 Aufführungen + Gastspiel in Husum
30 2000 Howard Barker: Die Ekstase des Webers bei der Entdeckung einer neuen Farbe 4 Aufführungen
31 2001 Bertolt Brecht: Leben des Galilei 6 Aufführungen

 

Pressestimmen

„Das besondere Leben der Hilletje Jans ist ein pralles Sittenbild des 18. Jahrhunderts. Mitreißend, historisch, ironisch, gesellschaftskritisch, lustig, bösartig und vulgär. Ein aufwendiges Spektakel, das seine Lebendigkeit den kraftvoll gezeichneten Figuren verdankt. Das gesamte Schüler-Ensemble sorgte mit bestechenden schauspielerischen Leistungen – einige Akteure spielen sogar mehrere Rollen – für Spannung.“ (Landeszeitung, 23.5.1997)

„Ansonsten handelte es sich um eine herausragende Gruppenleistung, die durch ein erstaunliches, drehbares Bühnenbild unterstützt wurde. Sowohl Ensemble als auch Regisseur Tilmann Ziemke gebührt für den hohen Professionalitätsgrad Respekt. Der Bewunderung des Itzehoer Publikums können sie gewiss sein.“ (Fäustchen, Festivalzeitung der Itzehoer Schultheaterwoche 1998 zu Brecht, Der gute Mensch von Sezuan)

„Die Aufführung der Theater-AG des Gymnasiums Kronwerk war einer, wenn nicht der Höhepunkt der Schulkulturwoche1998 in Bad Oldesloe. Dabei ist diese Collage als eine Art ‘Abfallprodukt’ aus der Beschäftigung der Gruppe mit Brecht und den Proben zum ‘Guten Menschen von Sezuan’ entstanden. (…) Entstanden ist eine witzige, spannungsvolle Collage, der man die Schultheatererfahrung der Gruppe und ihres Leiters Tilmann Ziemke wohltuend anmerkt. Nachahmenswert sind die Spielfreude und zugleich Konzentration und Ernsthaftigkeit, mit der die Gruppe diesen Brecht-Abend gestaltete, so dass als Ergebnis etwas Leichtes entstand, was die Zuschauer mitriss.“ (Jürgen Scheuerer, in: Dokumentation zur 1. Schulkulturwoche Schleswig-Holstein, Kiel 1999, S.16)

„Großes Theater stark gespielt – Ein starkes Stück, das von den rund hundert Zuschauern in der ausverkauften Aula mit viel Beifall belohnt wurde. Prädikat: Sehenswert.“ (Landeszeitung, 30.5.01 zu Brecht, Leben des Galilei)

2001 bis 2006

Diese Jahre standen im Zeichen eines Jahrgangs, der 1997 an unsere Schule kam. Schon im Jahre 2000 gab es eine erste Produktion, die gleich äußerst erfolgreich an der 2. Schulkulturwoche Schleswig-Holsteins in Husum teilnahm. Diese Gruppe blieb in den nächsten sechs Jahren fast unverändert zusammen und wurde zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, was sich heute noch in den alljährlichen Treffen zu Weihnachten widerspiegelt. Sie nahm an drei landesweiten Schultheaterfestivals und an einem bundesweiten Festival, dem Schultheater der Länder 2002 in Cottbus teil. Die dort gespielte Aufführung – „Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen“, ein Theaterstück über Kinder im Warschauer Gettho ­– wurde zur meistgespielten Aufführung unserer Theater-AG. Lange Jahre hatte es so ausgesehen, als sollte das „Geheime Freunde“ aus dem Jahr 1989 werden, ebenfalls ein Stück über Judenverfolgung im Dritten Reich, aber mit 13 Aufführungen ist der „Schmetterling“ um zwei Aufführungen erfolgreicher gewesen. 2003 haben einige unserer Spieler auf dem 19. Schultheater der Länder in Lübeck auf sich aufmerksam gemacht, indem sie als Moderatoren durch das Programm mit 16 Schultheatergruppen führten. Höchstes Lob erhielten sie dabei von Deutschlands Theaterkritikerpapst C. Bernd Sucher. 2005 war Rendsburg Gastgeber der 4. Schulkulturwoche Schleswig-Holsteins. Unsere Schüler halfen bei der Organisation, stellten die Redaktion der Festivalzeitung, waren für die Technik verantwortlich, führten als Moderatoren durchs Programm und hatten die Ehre, mit „Andorra“ das Festival zu eröffnen. Sie gaben so mit Enthusiasmus das zurück, was sie auf den Festivals zuvor als Teilnehmer bekommen hatten. Ein großer Teil der Gruppe bildete den ersten Kurs im 2003 neu entstandenen Fach Darstellendes Spiel. 2006 fand die letzte Aufführung statt: „Yvonne, die Burgunderprinzessin“. Leider konnten wir damit nicht am Schultheater der Länder 2006 in Bremen teilnehmen. Leider – weil dieses Stück mit zu den besten Inszenierungen in der gesamten Theater-AG-Geschichte gehört.

Einer aus der Gruppe ist Schauspieler geworden. Nach einem Studium an der staatlichen Schauspielschule Stuttgart arbeitet Cornelius Gebert jetzt im zweiten Jahr als gefragter Schauspieler in vielen Rollen und Stücken am Theater Krefeld/Mönchengladbach.

Folgende Spielerinnen und Spieler gehörten zu dieser erfolgreichen Gruppe: Claus Artz, Benjamin Bathke, Benjamin Frahm, Christopher Fock, Franziska Fock, Fabian Froese, Fynn Gauda, Cornelius Gebert, Inga Hofmann, Marthe Kristin Jordan, Dominik Kiefer, Jan Krüger, Finja Lehmann, Christian Lück, Thomas Preuhsler, Sönke Sunkimat, Rasmus Wissmann.

Neben dieser Gruppe gab es noch eine Ausläufergruppe der vorigen Generation. Sie spielte 2002 die selbstverfasste Collage „Thema durch“ und 2004 eine moderne Bearbeitung des griechischen Mythos um Iphigenie „Iphigenie Königskind“, eine Inszenierung, mit der unsere Theater-AG über Rendsburg hinaus auf sich aufmerksam machen konnte. Hierzu gehörten Jasmin Hashemi, Markus Marschallek, Alexa Paul, Tim Schoof, Maria Schünemann.

Ebenfalls 2004 konnte neue Minis mit dem „Märchen von der Schüssel und dem Löffel“ nach Michael Ende überzeugen.  Eva Rademann hatte diese Gruppe gegründet. Leider blieb es bei dem einen Stück, aber viele Spieler sollte man Jahre später in der Oberstufen-AG wieder sehen.

 

Aufführungen 2001 – 2006

(alle, wenn nicht anders vermerkt, unter der Spielleitung von Tilmann Ziemke)

32 2001/2002 Lilly Axster: Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen (Mittelstufen-AG) 9 Aufführungen + Gastspiele in Groß­hans­dorf, Eckern­förde, Cottbus und Hamburg
33 2002 Eigenproduktion: Thema durch! – Eine Collage über Kinder, Eltern, Schüler und Lehrer 3 Aufführungen
34 2003 Eigenproduktion: Der kleine Unterschied Spielleitung: Tilmann Ziemke und Eva Rademann) 7 Aufführungen
35 2004 Pauline Mol: Iphigenie Königskind 6 Aufführungen
36 2004 Eigenproduktion nach Michael Ende: Das Märchen von der Schüssel und dem Löffel (Spielleitung: Eva Rademann) 3 Aufführung
37 2005 Max Frisch: Andorra 5 Aufführungen + Gastspiel in der Herderschule
38 2006 Witold Gombrowicz: Yvonne, die Burgunderprinzessin 7 Aufführungen

 

Pressestimmen

„Einen schauspielerischen Höhepunkt bot anschließend die Theatergruppe vom Gymnasium Kronwerk. Mit der Collage Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen zeigte sie Szenen aus dem Überlebenskampf von Kindern in einem jüdischen Ghetto. Ausdrucksstarke Pantomime und packende Dialoge fesselten das sonst sehr unaufmerksame Publikum.“ (Landeszeitung, 22.2.2001, zum Schultheatertag im Rendsburger Theater)

„Die Schleswig-Holsteiner Gruppe unter der Leitung von Eva Rademann und Tilmann Ziemke kam mit ihrer hochkonzentrieten Umsetzung ausgewählter und ergänzter Szenen der o.g. äußersten Dimension von Entwürdigung und Zerstörung nah, so nah, dass das Publikum betroffen war, obwohl diese Produktion die letzte auf dem Festival gezeigte warund obwohl das Publikum mit Vergesst uns nicht und Kitty bereits zwei thematisch verwandte Stücke gesehen hatte. (…) Höchstes Niveau erreichten die Rendsburger immer in den chorisch geprägten Szenen die durch erstaunlich sicheres Zusammenspiel der Gruppe sowie tolle Sprechtechnik bestachen. … zeigten die Rendsburger eine formal genau kalkulierte, inhaltlich dichte, darstellerisch beeindruckend bewältigte Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema.“ (Fokus Schultheater, Hamburg 2003, S. 69 f.)

2007 – 2012

2007 war ein Übergangsjahr. Zwei Schüler, Fabian Froese und Stefan Preuhsler waren noch übrig geblieben aus der Yvonne-Gruppe. Um sie scharten sich viele Spielerinnen und Spieler aus den DS-Kursen, die mit „Mutter Afrika“ von Ad de Bont eine bemerkenswerte Inszenierung erarbeiteten. Stefan Preuhsler proflilierte sich in den Jahren 2006 – 2009 als engagierter Bühnentechniker, der unsere Lichtanlage mit ausgebaut hat und nach einem Studium inzwischen diplomierter Bühnentechniker ist.
Die Jahre 2008 – 2012 wurden von einer neuen Generation Spieler geprägt. Kennzeichnend für diese Jahre war die mittlerweile fünfte Teilnahme an einem bundesweiten Schultheaterfestival 2009 beim Schultheater der Länder in Hamburg sowie herausragende Inszenierungen 2010 mit der „Odyssee“ und 2012 mit „König Ödipus“. Zu dieser Gruppe gehörten Mark Behrens, Tina Eitner, Clara Grezella, Madlin Loof, Jana Martius, Kristin Reichert, Eva-Maria Stüdtje, Jan Schumm, Josie Wickers, Jan-Moritz Behrens, Rebecca Dreßler und Aaron Wickers. Die letzten drei haben zum Schluss ihrer Theater-AG-Laufbahn mit „König Ödipus“ von Bodo Wartke ein Stück aufgeführt, das vielen Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
2009 führte eine neue Mittelstufengruppe unter der Leitung von Elke Schweigart und Jens Carstens eine vielversprechende Eigenproduktion auf. Leider fand diese Arbeit keine Fortsetzung.

Aufführungen 2007 – 2012

(alle, wenn nicht anders vermerkt, unter der Spielleitung von Tilmann Ziemke)

39 2007 Ad de Bont: Mutter Afrika 8 Aufführungen
40 2008 Gudrun Pausewang Der Streik der Dienstmädchen (Bühnenfassung von Matthias Weißert) 3 Aufführungen
41 2009 Eigenproduktion: Die Zeitreisenden (Spielleitung: Elke Schweigart & Jens Carstens) 2 Aufführungen
42 2009 Eigenproduktion nach Peter Maiwald: Bekanntmachung (Spielleitung: Elke Schweigart & Tilmann Ziemke) 1 Aufführung + 2 Aufführungen beim SdL in Hamburg
43 2010 Ad de Bont: Eine Odyssee 7 Aufführungen
45 2011 Eigenproduktion: Hallo Angst 2 Aufführungen
46 2012 Neudichtung mit Musik von Bodo Wartke: König Ödipus 9 Aufführungen

 

Pressestimmen

Die Vorstellung beeindruckte auch das Publikum in der ausverkauften Aula. Die begeisterten Zuschauer spendeten anhaltenden Applaus und belohnten die Leistung der Nachwuchsschauspieler. ‚Es war ein mitreißendendes, spannendes und herzergreifendes Stück mit einer tollen schauspielerischen Leistung‘,… (Landeszeitung, 24.112007, zu »Mutter Afrika« von Ad de Bont).

Langsam erlischt das Licht, die Gespräche im Publikum verebben. Erwartungsvolle Stille breitet sich aus. Dann geht es schließlich los. Zahlreiche Irrlichter streifen über Bühne und Zuschauerraum. Geheimnisvolle Musik untermalt die düstere Stimmung. Die Illusion ist perfekt. Das Schiff, das von der unermüdlichen Crew des Odysseus unter lautem Stöhnen angetrieben wird, scheint tatsächlich über die Bühne zu gleiten. So sind die Besucher bereits nach den ersten Minuten restlos begeistert. Die Spannung ist förmlich spürbar. (Landeszeitung, 6.5.2010 zu »Die Odyssee« von Ad de Bont).

Großes Lob für die Schauspieler und die Einbindung des Publikums (Landeszeitung, 4.9.2012 zu »Ödipus« von Bodo Wartke).

2011 – 2015

2011 trat wieder eine neue Generation an, die bis 2015 zwar nur drei Inszenierungen schaffte,
aber mit „Bürgen schafft“ unsere Schule seit längerer Zeit mal wieder auf einer Schultheaterwoche vertrat und mit der Eigenproduktion „Freunde“ einen neuen Rekord aufgestellt hat. Mit 11 Aufführungen in unserer Schule ist diese Inszenierung das Stück mit der höchsten Aufführungszahl zu Hause, rechnet man auch Gastspiele mit, so war „Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen“ aus dem Jahr 2001/2002 mit 13 Aufführungen insgesamt das erfolgreichste Stück in der 35-jährigen Geschichte der Theater-AG. Zu den Schüler*innen, die in allen drei Stücken dabei waren, gehören Lina Brandes, Franziska Lieder, Markus Patzig, Christian Preußke, Sören Schmidtke, Milena Szarafinski und Henri Witte. Alexander Fleischer, Matthis Joecks, Ivo Köth, Nathalie Szarafinski, Christian Ventzke stießen mit dem zweiten Stück dazu, Alicia Rehder und Fionn Stoltenberg erst mit dem dritten. Bei allen drei Stücken regelte Jonas Johannson mit großem Geschick das Licht.

Aufführungen 2011 – 2015

(alle, wenn nicht anders vermerkt, unter der Spielleitung von Tilmann Ziemke)

44 2011 Eigenproduktion: Das verlorene Lächeln 4 Aufführungen
47 2013 Friedrich Schiller/Karlheinz Frankl: Bürgen schafft! Ein Stück Schiller 4 Aufführungen + Gastspiel in Louisenlund
48 2015 Eigenproduktion: Freunde 11 Aufführungen

 

Pressestimmen

Berührende Botschaft. Gefeierte Premiere des Theaterstücks ‚Freunde‘ am Gymnasium Kronwerk. […] Bruno (herausragend verkörpert von Henri Witte) lernt den gleichaltrigen Juden Schmuel kennen, der auf der anderen Seite des Zauns im Konzentrationslager lebt. Eine gefährliche Freundschaft beginnt. Vom übereifrigen Jungs-Soldaten Kotler (Sören Schmidtke) entdeckt und brutal bedroht, steht Bruno schließlich feige nicht zu Schmuel (absolut glaubhaft verkörpert von Christian Preußke, besonders in den Angst- und Essensszenen). Gezeigt wurde diese Entwicklung auf behutsame Weise in einer sensibel aufgebauten Inszenierung in kurzen Szenen mit Zwischenmusik von Stephan Lipsius (Gitarre) und dezenter Lichtführung von Jonas Johannson. (Landeszeitung, 29.1.2015 zu »Freunde«)

Abschied

Ein besonderes Theaterevent fand am 12. Juli 2015 im Gymnasium Kronwerk statt. Über 50 ehemalige Spielerinnen und Spieler aus vier Jahrzehnten Theater-AG reisten aus ganz Deutschland an, um ein ganzes Wochenende lang Theater zu spielen und zu feiern. Das Wochenende mündete am Sonntag in einer Theater-Matinee für treue Zuschauer der Theater-AG, mit der der langjährige AG-Leiter Tilmann Ziemke gebührend verabschiedet wurde.

Die letzte Inszenierung der Ära Ziemke

Mit „Aschenputtel“ gab Tilmann Ziemke nach seiner Pensionierung noch eine kleine Zugabe. Die sehenswerte Märchenadaption von Heleen Verburg war trotz der engagierten Arbeit einer kleinen Mittelstufengruppe nicht rechtzeitig zum Schuljahresende 2015 fertig geworden. So bildeten Carolina Klein, Marlena Luth, Michelle Schild, Hannah Reimers, Achilleas Tsiknakis, Justine Wegener und Julia Wiemer unter Mithilfe von Niklas Johannson mit großer Spielfreude in vier Aufführungen im Januar 2016 den gelungenen Abschluss der langen Reihe von insgesamt fast 50 Theater-AG-Produktionen in 286 Aufführungen.

49 2016 Heleen Verburg: Aschenputtel oder die patente Patentante 4 Aufführungen