Logo Rendsburg Logo Logo

Weihnachten

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit,
und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.

Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.

 

Joachim Ringelnatz (1883-1934)


Liebe Leserin, lieber Leser,

auch in diesem Jahr wird die Weihnachtszeit mit ihren Ferien und der Gelegenheit zu Stille und Besinnung eine willkommene Atempause in unseren Schulalltag legen.

Wir alle erleben ein aufregendes Schuljahr – mit einigen Umstellungsprozessen, die anfänglich für Aufregung sorgten, und mit einem neben dem Schulgebäude stetig wachsenden „Haus der Naturwissenschaften“, das wir aller Voraussicht nach noch in diesem Schuljahr beziehen können. Gleichzeitig findet auch schon die komplexe Planung des kommenden Schuljahres statt, in dem ja unser Doppeljahrgang die drei Oberstufenjahre zur Vorbereitung auf das Abitur beginnen wird.

 

Unsere neuen Pausenzeiten

Inzwischen haben sich viele Schülerinnen und Schüler und auch viele Kolleginnen und Kollegen an unsere neuen Zeiten gewöhnt – trotzdem sei hier noch einmal festgehalten, warum diese Änderungen  notwendig wurden:

Während eines Gesprächs bei unserem Schulträger, der Stadt Rendsburg, mit den anderen Rendsburger Schulen (nicht nur den Gymnasien) und den Buslinien wurde deutlich, dass ein Unterrichtsschluss schon um 14.00 Uhr bei uns für viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler eine große Hilfe wäre, da diese sonst bis in den Abend auf den nächsten Bus warten müssen. Deswegen waren wir gezwungen, im Laufe des Vormittags 15 Minuten „einzusparen“. Der Vorschlag der Lehrerkonferenz an die Schulkonferenz sah vor, fünf Minuten früher anzufangen (ein noch früherer Beginn ist wegen einiger Fahrschüler nicht möglich) und zwei 5-Minuten-Pausen einzusparen. Natürlich bedeutet dies, dass wir uns alle umgewöhnen müssen. Die Kolleginnen und Kollegen, die sonst beim Klingeln zur Stunde zu ihrer Klasse vom Lehrerzimmer aus aufbrachen, nehmen jetzt zur ersten Stunde gleich die Materialien für die zweite Stunde mit und gehen dann direkt von Raum zu Raum. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich daran gewöhnen, gleich für zwei Stunden die Materialien aus ihren Fächern zu holen. Zudem wollen wir in Zukunft darauf achten, dass wir verstärkt Doppelstunden einplanen. Die Schulkonferenz hat beschlossen, dass der neue Zeitplan für den Rest dieses Schuljahres gilt – dass aber in der nächsten Schulkonferenz im Frühjahr eine Auswertung vorgenommen werden soll. Zeigt die Erfahrung, dass andere Lösungen besser wären, besteht die Möglichkeit zu Änderungen.

 

Keine langen Tage in der Sekundarstufe I

Unsere zweite Neuerung betraf die Regelung der Unterrichtszeiten pro Tag. Als G8 eingeführt wurde, hatten weder Eltern noch Kolleginnen/Kollegen Erfahrungen mit nachmittäglichem Unterricht in der Sekundarstufe I. So haben wir gern den Vorschlag einiger Eltern aufgenommen, den Nachmittagsunterricht auf möglichst nur einen, höchstens zwei Nachmittage zu begrenzen. Allerdings haben sich im Verlauf der vergangenen Jahre Nachteile dieser Stundenpläne gezeigt, die wir nicht einfach ignorieren können:

  • Die Kinder sind nachmittags nicht annähernd so aufnahmefähig wie morgens – je später der Unterricht, desto größer der Konzentrationsschwund und die Unlust am Lernen. Manchen Kindern standen diese langen Tage regelrecht bevor, ihnen grauste es vor dem Wochentag mit Nachmittagsunterricht und sie waren dann heilfroh, wenn sie ihn hinter sich hatten. Ihre Arbeitszeit an solchen Tagen war zum Teil länger als die erwachsener Arbeitnehmer.
  • Vom langen Tag auf den nächsten Tag konnten Lehrer dann nicht auch noch Hausaufgaben aufgeben – natürlich eine sinnvolle Regel, aber dadurch fehlte das selbständige Nacharbeiten/Einüben des durchgenommenen Unterrichtsstoffs durch die Kinder am Nachmittag.

 

Beide Punkte zusammen bewirkten nach unserer Beobachtung, dass man in den Fächern, deren Stunden am Nachmittag lagen, übers Schuljahr regelrecht in Rückstand kam. Gerade in den G8-Klassen war das bedenklich.

Zusätzlich machten wir die Erfahrung, dass unsere Arbeitsgemeinschaften, die klassenübergreifend arbeiten, deutlichen Mitgliederschwund hatten, weil man keinen Nachmittag mehr fand, an dem alle Interessierten aus verschiedenen Klassen keinen Unterricht und damit frei hatten. Die Arbeitsgemeinschaften sind aber ein pädagogisch wichtiger und wertvoller Teil unseres Schullebens.

Gleiches berichteten auch Sportvereine, Musikschulen usw. Es war für sie kaum noch möglich, Termine anzubieten, an denen alle Kinder, die an Freizeitaktivitäten innerhalb dieses Rahmens interessiert waren, auch frei hatten.

Aus all diesen Gründen entschlossen wir uns, eine andere Variante der Stundenverteilung umzusetzen. Jetzt haben alle Schülerinnen und Schüler bis zur 9. Klasse einschließlich verlässlich um 14.00 Uhr Schulschluss. Wir beobachten, dass die siebte Unterrichtsstunde nach der Mittagspause ähnlich effektiv zum Lernen genutzt werden kann wie eine Stunde während des frühen Vormittags. Wir freuen uns darüber, dass die Pausenhöfe und die Schule während der Mittagspause von fröhlichen Kindern gefüllt ist – und nicht nur von ganz wenigen, deren Gesichtern man ansieht, dass  sie diejenigen sind, die an diesem Tag leider mit dem langen Tag dran sind. Von einigen Schülerinnen/Schülern haben wir auch Rückmeldung bekommen, dass sie nun endlich wieder mit ihrem Sporttraining anfangen konnten, was vorher durch die wechselnden langen Tage zeitlich nie gepasst hat.

Bei einigen Eltern und Kindern stößt  unsere neue Regelung trotzdem auf Ablehnung. Manche Kinder müssen nun an zwei oder drei Tagen auf ihren Bus warten (sie dürfen selbstverständlich während dieser Zeit schon bei uns in der Schule ihre Hausaufgaben anfertigen, so dass sie, wenn sie schließlich zu Hause ankommen, unter Umständen sogar frei haben) – andere freuen sich aber über einen geregelten Alltagsablauf. Leider können wir es nicht allen gleichzeitig recht machen. Dafür bitten wir um Verständnis. Eine Schule ist ein lebendiges Gebilde, das sich ständig in Anpassung an Erfordernisse und Bedürfnisse, die sich gelegentlich auch widersprechen, verändern muss. Wir geben uns große Mühe, alle Maβnahmen  erst nach sorgfältiger Abwägung und in Verantwortung für das Wohl der Kinder umzusetzen. Im Hinblick auf die Unterrichtseffizienz und den Schulerfolg der G8-Klassen meinen wir, dass die Änderungen notwendig waren.

Studienfahrten, Berlinfahrten

Vor den Herbstferien war unser gesamter 13. Jahrgang auf Studienfahrt. Die Klasse 13a (sprachliches Profil) fuhr zum Gardasee, begleitet von Frau Gottschalk und Herrn Harfmann. Das Thema der Fahrt war „Romeo und Julia – Auf Shakespeares Spuren am südlichen Gardasee“.

Die Studienfahrt der Klasse 13b (gesellschaftswissenschaftliches Profil) führte nach Rom, begleitet von Frau Kersten, Frau Hintz und unserem Kollegen in Pension, Herrn Albrecht. Das Thema dieser Fahrt war „Die zwei Gesichter des Wohlstands“.

Die Studienfahrt der Klasse 13c (naturwissenschaftliches Profil) war eine landeskundliche Exkursion und ging nach Barcelona, begleitet von Herrn Brunkert und Frau Stronzik.

Herzlichen Dank den Kolleginnen und Kollegen, die bereit waren, die Fahrten zu organisieren und durchzuführen. Auch vielen Schülerinnen und Schülern ist in diesem Jahr zu danken, da sie ganz erwachsen einen Teil der Organisation übernahmen, als dies für eine der Fahrten notwendig wurde.

Auch unsere 10. Klassen waren unterwegs und haben während ihrer Berlinfahrten unsere Hauptstadt erkundet. Sie haben sich als sehr verantwortungsbewusst erwiesen, dafür verdienen sie Anerkennung. Den begleitenden Lehrkräften Frau Döhrer, Herrn Harfmann, Frau Stronzik, Herrn Schwieger, Herrn Habermann, Herrn Petersen, Frau Doyen, Frau Schunk, Frau Order und Herrn Höllrigl gilt mein herzlicher Dank für die Organisation und die Betreuung der Fahrten.

 

Vorbereitung des nächsten Schuljahres: Unser Doppeljahrgang

Die Aufregung und die Besorgnis bei einigen Schülerinnen und Schülern und deren Eltern unserer jetzigen 9. und 10. Klassen ist mitunter jetzt schon zu spüren: Die zentrale Frage dabei ist für alle, wie es denn konkret funktionieren soll, die beiden Jahrgänge im Sommer zum ersten Oberstufenjahr, zum sogenannten Einführungsjahr, zusammenzuführen. Wir betreten damit Neuland und tun deshalb alles, um diesen Schritt besonders gut vorzubereiten. So gibt es seit dem letzten Halbjahr regelmäßige Koordinationstreffen zwischen den Lehrkräften, die zurzeit im betroffenen 10. Jahrgang die einzelnen Fächer unterrichten. Die Voraussetzungen der Schüler in Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch und Latein werden so abgestimmt, dass die  Zusammenlegung der beiden Jahrgänge möglichst unproblematisch verlaufen kann. Es wird auch schon konkret überlegt, wie wir die organisatorischen Herausforderungen, z.B.  bei der Verteilung der Lehrerstunden gut bewältigen können. Den betroffenen Eltern und deren Kinder möchten wir signalisieren, dass wir uns der möglichen Schwierigkeiten bewusst sind. Natürlich sind wir auch in dieser besonderen Situation wie immer bereit, auftauchende Probleme mit Ihnen zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

 

Unser Neubau des „Hauses der Naturwissenschaften“

Das laufende Schuljahr wird durch den wichtigen Gebäudezuwachs, den wir verzeichnen können, in der noch kurzen Geschichte unserer Schule einen wichtigen Platz einnehmen. Kurz nach den Sommerferien, am 15. August, konnten wir das Richtfest feiern. Fast 200 bunte Luftballons wurden von unseren Chemielehrkräften mit Helium gefüllt – jede unserer Klassen bekam einige Ballons, an die dann Karten mit der Bitte gehängt wurden, diese zurück zu schicken,  wenn man den Ballon irgendwo finden sollte. Es war ein tolles Bild, als die bunten Ballons nach dem Richtspruch des Handwerkers in den strahlend blauen Himmel aufstiegen! In den Wochen danach kamen einige Karten tatsächlich per Post zurück – ganz klar ließ sich die Windrichtung am Tag des Richtfests daraus ablesen: Von Rendsburg an öffnete sich ein Dreieck der Fundorte in Richtung Nordwest. Der am weitesten geflogene Luftballon wurde in Dörpum (Nordfriesland) gefunden und war von der Klasse  6d auf seine weite Reise geschickt worden: Er hat es immerhin  58,204 km weit geschafft! Die Klasse durfte als „Gewinnerklasse“ einen Naturfilm im Rendsburger Kinocenter anschauen.

Anfang November konnten sich die naturwissenschaftlichen Fachlehrkräfte während einer Führung einen ersten Eindruck von den neuen Fachräumen machen. Wir werden nach Aussage des Architekten Herrn Schmittke ein „intelligentes“ Gebäude erhalten, in dem z.B. der CO2 – Gehalt der Unterrichtsräume ständig gemessen und – falls er denn einen Wert erreicht, der der Konzentration abträglich sein würde – angezeigt wird, dass Frischluft notwendig ist. Die neuen Räume sind hell und zum Teil sehr hoch – wir alle können uns nach den Jahren ohne Fenster in unseren alten Unterrichträumen auf Licht und Luft freuen!

In den nächsten Wochen und Monaten werden wichtige Entscheidungen zu treffen sein, die die Ausstattung unseres Neubaus betreffen. Die von unserem Schulträger für dieses Haus zur Verfügung gestellten Gelder sind knapp berechnet – da aber für den naturwissenschaftlichen Unterricht die Ausstattung einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist, versuchen wir alles, um die zur Verfügung stehenden Mittel optimal zu nutzen. Dankenswerterweise haben wir verschiedene, schulbegleitende Organisationen und Vereine an unserer Seite, die bereit sind, hier ganz konkret zu helfen. Herzlichen Dank in diesem Zusammenhang an den Förderverein, den Ehemaligenverein, die Frühstücksmütter, den Elternfond und die SV. Mit gutem Einsatz und Koordinierung der Kräfte bin ich sicher, dass wir für unsere Schülerinnen und Schüler ein optimales Ergebnis bewirken können.

Zum Schluss wünsche ich Euch allen, liebe Schülerinnen und Schüler,
Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen
und Ihnen, liebe Eltern,
fröhliche Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 2013!

Eure/Ihre

 

R. Fritzsche