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Vaelkomen til Aalborg!

„Taler du dansk?“ Diese Frage mussten die 21 Schülerinnen und Schüler aus dem Q1-Jahrgang vor Antritt unserer Reise zu unserem Austauschpartner, der Katedralskolen in Aalborg, zunächst überwiegend mit „nej“ beantworten – aber das sollte sich ändern.

Zum vierten Mal brachen wir mit einer motivierten Schülergruppe auf, um Aalborg kennenzulernen. Mit Spannung spähten die Dänen am Bahnhof nach uns aus; manche erkannten sich schnell dank vorheriger Kontakte, andere näherten sich vorsichtig einander an – und einige sahen ganz anders aus als erwartet. Sofort ging es mit glühenden Kofferrollen zu der etwa einen Kilometer entfernten Schule.

Uns erwartete dort ein kleiner Imbiss nach der vierstündigen Zugfahrt, bevor uns das wieder sehr abwechslungsreiche und interessante Programm präsentiert wurde: Zunächst lernten wir die Schule in kleinen Gruppen kennen, und die Dänen stellten uns voller Stolz ihre technisch top ausgestatteten Räumlichkeiten und die Klassenräume und Flure vor, die mit tollen Kunstwerken, antiken Büsten und modernen, im Kunstunterricht erstellten Produkten belebten waren. Anschließend tauten wir beim Bowlen und dem sich anschließenden sehr reichhaltigen Buffet noch weiter auf, bauten Verständigungsbarrieren ab und freuten uns schließlich auf einen ruhigen Abend in unseren neuen Familien.

Am nächsten Tag vertieften wir unsere Kenntnisse über die DDR mit Hilfe beeindruckender bis beängstigender Szenen aus dem Film „Das Leben der Anderen“ und der Serie „Weißensee“. Wir wurden als Experten und Sprechpartner in den Deutschkurs einbezogen, wo wir in deutsch-dänischen Tandems die vielfältigen Methoden der Stasi erarbeiteten, die diese zur Ausspionierung der DDR-Bürger eingesetzt hat. Danach wurde es richtig anspruchsvoll:  Lasse, unser dänischer Partnerlehrer, brachte uns die Grundkenntnisse des Dänischen bei – jetzt können wir uns und andere vorstellen, Wörter buchstabieren und alle Zahlen richtig anwenden, soweit man das nach der atemberaubenden Erarbeitung von Lektion 1 („Dänisch für Anfänger“) beurteilen kann.  Nachmittags erkundeten wir mit unseren Austauschpartnern in gemischten Tandems die Stadt und genossen die Sonne am Hafen und vom Dachgarten eines großen Kaufhauses. Abends trafen viele von uns sich in hyggeligen Cafés zum Billardspielen und Quatschen.

Am Mittwoch ging es zur Nordküste Dänemarks in die Dünen von Rubjerg Knude , ins Oceanarium und zum Zusammenfluss von Nord- und Ostsee in Grenen, wo zwei Mutige sich barfuß ins 4-5 Grad kalte Wasser wagten – einen Fuß in der Nordsee, den anderen in der Ostsee.

Am Donnerstag nahmen wir an einem Projekttag unserer Austauschklasse zum Thema „Nachhaltigkeit“ teil. Nach einem interessanten Impulsvortrag eines Spezialisten der Universität machten wir uns eigene Gedanken zu einem nachhaltigeren Umgang mit unserer Umwelt und setzten diese in kleinen Videos mit viel Spaß um. Nachmittags besichtigten wir einen Start-up-Hof, auf dem mehrere Künstler in einer schrillen Wohnwagenkolonie das Thema „Nachhaltigkeit“ in Form von Wiederverwertung und Aufarbeitung von Trödel präsentierten. Dann kam eine echte Herausforderung: Wir sollten in Aalborgs Second-Hand-Läden Ausschau nach einem Gegenstand halten, den wir für 10-50 Kronen erwerben und abends präsentieren sollten.

Abends fand der traditionelle deutsch-dänische Freundschaftsabend mit Gasteltern und Schülern statt, auf dem  wir von unseren Austauschpartnern mit leckeren dänischen Spezialitäten versorgt wurden und unsere Fotos, die Trödelgegenstände und Videos der vergangenen Tage bewundern konnten, bevor die letzte Nacht in den Familien anbrach. Nach einem Besuch des sehr modernen und interessanten Kunstmuseums (während dessen sich mehrfach die Frage aufdrängte: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ bzw. die Einschätzung aufkam, so etwas könne man ja wohl selber auch) ging es Freitagmittag nach fünf erfüllten Tagen zurück nach Hause.

Uns alle hat neben dem tollen Programm die nette und offene Atmosphäre in Familie und Schule sehr gut gefallen. Von der  unkomplizierten und zugewandten Art unserer Gastgeber, deren sehr gute Deutschkenntnisse uns das Einleben sehr leicht gemacht haben, waren wir sehr angetan.  Daneben waren wir von der Gelassenheit und dem partnerschaftliche Umgang von Lehrern und Schülern und vor allem dem selbstverständlichen Einsatz von Computern im Unterricht sehr beeindruckt. Wir freuen uns auf den Gegenbesuch Ende Mai und hoffen, dass dieser Teil ebenso harmonisch verläuft wie der erste.

Von der großartigen Zusammenarbeit und der guten Stimmung der deutsch-dänischen Teams zeugen die beiden folgenden Gedichte, die im Rahmen einer Gemeinschaftsaufgabe zu kreieren waren:

Auf nach Aalborg!

Montagmorgen ging es los,

alle saßen müd im Zug.

Die Vorfreude war riesengroß,

die Fahrt verging doch wie im Flug.

 

Mit dem Zug in Aalborg angekommen,

alle von der Fahrt noch sehr benommen.

Doch das Essen baut uns auf,

für ‘nen kleinen Dauerlauf.

 

Dienstagmorgen DDR,

und gleich Dänisch hinterher.

Nach großer Stadttour und reichlich Essen,

ging‘s in die Bar sehr vollgefressen.

 

Mittwochmorgen zum Leuchtturm,

dort gab es einen Wirbelsturm.

Nach den Robben und den Fischen,

Nord- und Ostsee – wir waren dazwischen.

 

Vi er Tina, Milena og Laura,

wir verlassen euch mit Trauer.

Vi taler tysk,

und sagen tschüss.

 

Wir sind Nilas, Jerik und Lasse

Und fanden den Dänemarkaustausch ziemlich Klasse.

Viel verstanden wir nicht

Dafür schien uns die Sonne ins Gesicht.

Wir haben viel in DK gemacht

Und zusammen viel gelacht.

 

Udveksling var sjovt,

Men i starten var det flovt.

Vi har fået nue venner,

Og nu holder vi alle i hænder

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