Der tote Winkel – oder wie lasse ich in Sekundenschnelle eine ganze Schulklasse verschwinden?

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Wenn ein Lastwagen rechts abbiegt, sieht der Fahrer aufgrund seiner erhöhten Sitzposition und der Ausmaße seines Fahrzeugs häufig nicht, wer oder was rechts von ihm, direkt hinter, neben oder vor ihm – also sogar genau vor seiner Windschutzscheibe ist. Für Radfahrer und Fußgänger kann das tödlich enden. Sie werden vom Fahrer nicht bemerkt, weil sie sich im sogenannten „toten Winkel“ befinden. Weil diese besondere Gefahr vielen nicht bewusst ist, hat das Gymnasium Kronwerk eine besondere Schulstunde unter der Federführung der Familie Warnecke von der Kreisverkehrswacht für seine 5. und 6. Klassen organisiert.

Frau Warnecke und ihr Mann kamen mit einem schnittigen Gerätewagen der Stadt Rendsburg auf unser Schulgelände gerollt und empfingen dort unsere Schülerinnen und Schüler der Orientierungsstufe. Jeweils zwei Kinder durften sich ans Steuer setzen, während die anderen Kinder sich vor, hinter und rechts neben dem Fahrzeug in scheinbar sicherer Entfernung postierten. Die „Fahrer“ sollten sagen, wen ihrer Schulkameraden sie erkennen. Die Überraschung war bei allen groß, als sie die Erfahrung machten, dass man etwa 5-7 Meter vor, hinter und rechts neben dem Auto keinen einzigen Schulkameraden mehr erkennen (aber immer noch hören) konnte. So verschwanden etwa 25 Kinder auf einmal aus dem Blickfeld. Diese Erkenntnis traf den einen oder anderen wie ein Schlag – alle weg! Und eben waren sie doch noch da!

In dieser Stunde konnte jeder selbst erfahren, dass LKW-Fahrer trotz Innen- und Außenspiegel große Bereiche neben LKWs nicht einsehen können, dass es insbesondere für Radfahrer lebensgefährlich ist, sich an roten Ampeln an den Fahrzeugen vorbei zu manövrieren, um in der ersten Reihe zu stehen, und dass Blickkontakt zwischen Fahrer und Fußgänger bzw. Radfahrer bei rechts abbiegenden Fahrzeugen unerlässlich ist, um Gefahren zu vermeiden.

Einen ganz herzlichen Dank an Familie Warnecke und die Kreisverkehrswacht für diese lehrreichen Erfahrungen – mögen sie dazu beitragen, das Leben unser Schülerinnen und Schüler im alltäglichen Straßenverkehr zu bewahren!